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ABC-Schütze 

Was hat ein Grundschüler mit Schießen zu tun? Die nicht ganz korrekte Übersetzung des italienischen “tiro” (Anfänger, Rekrut). Richtig müsste es also heißen “ABC-Anfänger”. Da sich der italienische “tiro” aber von “tirare” = schießen abgeleitet ist, sind aus den ABC-Anfängern dann nicht ganz sinngemäß die ABC-Schützen geworden, die zum Glück Sinnvolleres als Schießen lernen.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Sprachirrtümer. München 2003)

Adam und Eva 

Die meisten Menschen glauben, dass Adam und Eva zwei Söhne zeugten, Kain und Abel, und somit die gesamte Menschheit von einem Mörder, nämlich Kain, abstammt. Die Bibel erzählt allerdings, dass Adam im Alter von immerhin 130 Jahren Set zeugte. Nach dessen Geburt lebte der Urvater noch 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Weiter spielt Set keine Rolle, es werden jedoch seine Nachkommen aufgezählt, bis hin zu Noah, der bekanntlich die Arche baute.
(Quelle: Christa Pöppelmann. Die neuen Irrtümer der Allgemeinbildung. München 2006 )

Ägypten 

Das für Pharaonen und Pyramiden berühmte Land hieß Altägyptisch khemi, “das Schwarze”. Die Lebensader Ägyptens ist der Nil. Früher durften fremde Schiffe nur den westlichen Arm des Flusses fahren, der “der von Memphis” hieß, ha-ka-ptha. Dieses Wort haben die alten Griechen verballhornt zu aigyptos, heute Ägypten.
(Quelle: Hartwig Lödige, Tesa, Tuc und Teddybär, München 2001)

Alzheimer 

Wahrscheinlich kennst du nur den Nachnamen von Alzheimer (1864 bis 1915) in Verbindung mit der von ihm erstmals beobachteten Krankheit. Sein Vorname dürfte eher unbekannt sein. Nun, hier ist die Gelegenheit dein Wissen zu erweitern: Alois. Es ist der 25. November 1901, als dem Psychiater, Neurologen und Hirnpathologen in der Städtischen Irrenanstalt von Frankfurt am Main ein Patientin vorgestellt wird, die ihn mit einem ganz unbekannten Krankheitsbild konfrontiert. Die 51 Jährige Auguste Deter kann sich bis auf ihren Vornamen an kaum etwas erinnern. Fünf Jahre später stirbt sie, “allgemein verblödet” und “völlig stumpf”, wie Alzheimer notiert. Bei der Obduktion sieht er große Teile der Hirnrinde verändert und macht Eiweißablagerungen aus, verfilzte Faserbündel aus toten Nervenzellen. Erst 80 Jahre später wird sein Studie zur Krankheit von Frau Deter bekannt.
(Quelle: Brockhaus Kalender 2004. Was so nicht im Lexikon steht. Kalenderblatt vom 25.11.2004)

April 

Wie so viele Monatsnamen ist auch der April lateinischen Ursprungs: aprilis mensis. Über die Herkunft der lateinischen Bezeichnung wissen wir nichts Genaues. In Deutschland war seit Karl dem Großen bis in die Neuzeit die Bezeichnung ostarmanod (also Ostermonat) üblich.
(Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, München 2001)

Äquator 

Wahrscheinlich hat sich darüber noch niemand Gedanken gemacht: Wie schnell dreht sich die Erde am Äquator? Es sind fast 1610 km/h. Zum Vergleich: An den Polen so ca. 0 km/h. Wenn ein Mensch am Äquator hochhüpft, bewegt er sich mit der Erddrehung. Bis er wieder den Boden berührt, haben sich er und die Erde um einige hundert Meter nach Osten bewegt.
(Quelle: Brockhaus, was so nicht im Lexikon steht, Leipzig 1996)

Äskulapstab 

Hier kommt ein Leckerbissen für Klugscheißer: Allein schon zu wissen, was ein Äskulapstab ist, befähigt zum Tragen des Klugscheißer-Titels. Aber das reicht uns natürlich nicht. Hier erfahrt ihr obendrein, warum der Stab mit der sich darum windende Schlange das Symbol der Ärzte ist. Dieses äskulapstabSymbol hat seinen Ursprung in der griechisch-römischen Mythologie und verdankt seinen Namen dem griechisch-römischen Gott Äskulap, dessen Zuständigkeitsgebiet die Heilkunde war. Er zog mit einem Stab durch die Lande und heilte Kranke (wen sonst?!). Die Schlange, die sich um den Stab windet, ist die ungiftige Äskulapnatter, das Erkennungszeichen des Gottes.
(Quelle: David Feldmann. Warum ist die Banane krumm? München, 1994)

Affen

“Mich laust der Affe!” Ein völlig unüberlegter Ausruf der Verwunderung, denn Affen lausen sich überhaupt nicht. Ja sie haben sogar meistens gar keine Läuse, wenn sie nicht gerade in extrem schmutzigen Käfigen leben müssen. Wenn Zoobesucher beobachten, dass sich unsere felligen Vorahnen gegenseitig in den Haaren rumfummeln liegt das daran, dass sie sie von abgestorbenen Hautresten und Salzkrusten befreien. Das hat vor allem auch einen sozialen Charakter innerhalb der Affenbande.
(Quelle: Deutsches Institut für Fernstudien: Evolution des Menschen, Tübingen 1990)

Affenschande

Das Wort ”Affenschande” hat mit Affen überhaupt nichts zu tun. Es kommt aus dem Plattdeutschen und heißt: ”Dat ist eine apenbare (offenbare) Schande.” 
Quelle: Walter Zerlett-Olfenius: Aus dem Stegreif, Berlin 1943)

Alkohol 

Gerne wird an kalten Winterabenden ein heißer Grog zugeführt, um den Körper wieder richtig aufzuheizen. Doch hier kommt die Ernüchterung: Alkohol wärmt nicht. Zwar fühlen wir subjektiv eine Wärme, die sich so schön vom Magen über den ganzen Körper ausbreitet, aber objektiv gesehen macht Alkohol die Blutgefäße an der Körperoberfläche weiter; das Blut strömt an die Außenseite und wird kühler, die Temperatur des Körpers sinkt sogar. Auf diese Weise hat schon manch ein Betrunkener im Freien seinen Tod durch Erfrieren gefunden, obwohl ihm innerlich ganz warm war.
(Quelle: Walter Krämer, Lexikon der populären Irrtümer, München 1998)

Alpen 

Der Name der Alpen stammt aus der keltischen Sprache, alp, und bedeutet “hoch” oder “Berg”.
(Quelle: Hartwig Lödige, Tesa, Tuc und Teddybär, München 2001)

Amerika

Dass Amerika nicht von Christoph Kolumbus entdeckt wurde, dürfte sich schon langsam rumgesprochen haben. Dieser Ruhm wird unter anderem dem Wikinger Leif Eriksson zugesprochen. Zu Unrecht, denn eigentlich war es Björn Herulfsson, der das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zuerst sah. Nur hat er dieses Land nicht betreten, sondern es brav seinem Chef, dem Leif, berichtet.

Amsel 

Das bekannte Kinderlied “Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar…” ist daran Schuld, dass viele glauben, Amsel und Drossel wären zwei verschiedene Vögel. Aber das stimmt nicht: Die Familie der Drosseln hat über 200 Arten, und unsere Amsel ist eine davon, nämlich eine Schwarzdrossel.
(Quelle: Stichwortartikel “Amsel” in Brockhaus Enzyklopädie, 19. Auflage, Mannheim 1986)

anzetteln 

”Zetteln” in anzetteln kommt nicht von den Papierschnipseln, auf denen man vielleicht geheime Nachrichten austauscht, sondern von den Längsfäden (Kettfäden), wie man sie von einem Webstuhl kennt. “Etwas anzetteln” heißt also wörtlich: die Kettfäden spannen, um ein Gewebe zu beginnen.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Sprachirrtümer, München 2003)

Archimedes 

Zugegeben: Archimedes (* um 287 v. Chr. erschlagen 212 v. Chr.) hat tolle Sachen entdeckt, z. B. Quadratwurzeln berechnen, kubische Gleichungen mit Hilfe von Kegelschnitten lösen und vieles mehr. Aber unter anderem wird ihm gerne nachgesagt, dass er die römische Belagerungsflotte vor Syrakus mit Brennspiegeln in Brand gesetzt. Diese Tat ist aber nachweislich unmöglich, wie moderne Ingenieure bei dem Versuch herausgefunden haben, sie zu wiederholen. Zwar waren Brennspiegel 212 v. Chr. schon bekannt, aber ein fahrendes Schiff aus größerer Entfernung so in Brand zu setzen, ging über die damaligen technischen Möglichkeiten weit hinaus. Der römische Historiker Plutarch, der sonst alle Verteidigungsmaßnahmen des Archimedes für die Nachwelt notierte, erwähnte die Spiegel nie. Zum ersten Mal tauchten sie rund 700 Jahre später in einer Abhandlung über Hohl- und Brennspiegel des Anathemios von Tralles auf, und dann nochmals weitere 600 Jahre später in der Weltchronik des Mönches Johannes Zonaras. Und seitdem sind die Brennspiegel des Archimedes aus dem kulturellen Erbe des Abendlandes nicht mehr wegzudenken.
(Quelle: Gerhard Prause: Tratschkes Lexikon für Besserwisser, München 1986)

Aschenputtel

Das Märchen wird immer noch falsch erzählt. Die Handlung setze ich als bekannt voraus. In der angelsächsischen Version verliert Aschenputtel ihren Schuh auf der Treppe. Dieser Schuh ist aus Glas. (Bei den Brüdern Grimm aus Gold) In Wahrheit ist der Glasschuh das Kind eines Übertragungsfehlers: In den ersten französischen Fassungen des Märchens trug Cinderella nur Pantoffeln aus ”vair” (=Pelz), das hat ein Weitererzähler falsch verstanden und machte daraus ”verre” (=Glas). 
(Quelle: http://indy4.fdl.cc.mn.us)

Asterix 

Gerne werden die gallischen Charaktere, z.B. Obelix, mit Zöpfen dargestellt. Doch das ist historisch nicht korrekt: Die Gallier zur Zeit der römischen Besatzung schmierten ihr Haar mit einer Art Nassgel aus Kalkwasser ein, von dem es blonder und fettiger wurde, und kämmten es dann nach hinten. Also keine Zöpfe.
(Quelle: “Asterix vermittelt Studenten die Historie” Mainzer Allgemeine Zeitung 16.9.1995)

Atlas 

Fälschlicherweise wird Atlas immer noch als Träger der Erdkugel dargestellt. Nach der griechischen Überlieferung muss Atlas als Strafe für seine Auflehnung gegen Zeus nicht die Erdkugel, sondern das Himmelsgewölbe tragen (dabei helfen ihm zwei Säulen jenseits des Horizonts im Meer, wovon das Atlasgebirge im Norden Afrikas seinen Namen hat).
(Quelle: Encyclopaedia Britannica, Chicago 1994)

Attentat 

Hier irrt, wer glaubt, eine Attentat wäre ein besonders schwere Tat und der Attentäter ein besonders böser Täter. Beides trifft zwar gewissermaßen zu, hat aber nichts mit der Wortentstehung zu tun. Das deutsche Attentat ist aus dem gleich geschriebenen französischen “attentat” = Mordanschlag zu uns gekommen, der seinerseits aus dem lateinischen “attentare” = antasten hervorgegangen ist. In keinem dieser Wörter ist die deutsche “Tat” verborgen.

Der zum Attentat passende Attentäter wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Hobbydichter als Reimwort zu “Hochverräter” erfunden.
(Quelle: Walter Krämer. Lexikon der populären Sprachirrtümer. München 2003)

Autos 

Immer wird die gute alte Zeit heraufgeschworen, wenn wir in der Stadt wieder kaum Luft bekommen, vor lauter Autos, Abgasen und Verkehrschaos. Aber liebe Leute: In den Städten des 19. Jahrhunderts war es bestimmt nicht idyllisch. Die Pferde verursachten durch ihren Mist, den sie überall fallenließen, einen derartigen Gestank, dass es sicher nicht schön war. Noch schlimmer waren allerdings die toten Pferde. Um die Jahrhundertwende verendeten auf New Yorker Straßen jährlich 15 000 Pferde. Die Kadaver blieben oft tagelang dort liegen, wo sie hingefallen waren.
(Quelle: B. Bryson: Made in America, London 1995)

Hallo Klugscheißer-Fans

Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.

Heinrich Heine

(1797 – 1856), eigentlich Harry Heine, deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

In diesem Sinne…

Auf diesen Seiten siehst du alte Beiträge, die ich von 1999 bis 2010 gesammelt habe. Aktuelle Klugscheißereien kannst du immer auf der facebookseite „Der Klugscheißer“ sehen.